„Farm to table“ im RARO

von | Nov. 4, 2026 | Appetithappen, Aufmacher | 0 Kommentare

Nur wenige Kilometer von Schriesheim an der Hessischen Bergstraße entfernt, steht im Kanzelbachtal seit rund 200 Jahren der Mühlenhof. Ein aufwendig renoviertes Gebäude, in dessen hohen Räumen ein schickes Restaurant untergebracht ist, das RARO. Zur klaren architektonischen Stilistik des Interieurs passt das geradlinige, saisonal orientierte Konzept „Farm-To-Table“. Alles was hier täglich frisch an Gemüse, Kräutern und Obst auf die Teller kommt, stammt aus eigenem Anbau. Fisch und Fleisch liefern regionale Produzenten. Was Küchenchef Tobias Schumacher daraus macht, ist raffiniert konzentriertes Geschmackskino, bei dem die Seele des Produktes in einer aromatischen Erhabenheit zwischen Kühnheit und perfekter Verfeinerung wandelt. Châpeau! Nach einem Fingerfood-Teller mit Häppchen von Ringelbeete, Roter Beete, Kohlrabi, Radieschen, Rettich, Topinambur, Romanesco, Möhren, Walderdbeere, und Schinken von der Heidelberger Nilgans, geht es mit dem Ackerbohnen-Ragout geschmacklich in die Vollen. Das farblich kontrastierte Arrangement schmeichelt mit feinem Thymian-Geschmack, verfeinert mit Ziegenjoghurt, Lauchöl, Leinsamen-Chips, und angegrillten Lauch-Herzen. Herrlich schlotzig präsentiert sich der Pak Choi im kleinen Töpfchen, eine cremige Melange aus in schäumender Butter gedünsteten Blättern und stark angerösteten Blattsegmenten, Nussbutter-Schaum, confierten Eigelb, Tahiti-Limette und rohmariniertem Strunk vom Pak Choi. Obenauf knusprige Croutons von der mit Limette verfeinerten Brioche. Das zartsaftige Fleisch der auf Eichenholz zu Ende gegarten Bachforelle wird von einem Hauch Röstaromen umgarnt, angegossen mit einer Essenz aus ausgebackenen Gräten. Dazu serviert die Küche Relish vom japanischen Staudenknöterich, karamellisierte Buchweizen und marinierten Wildkräutersalat. Saftig zarte Keule und Brust von der Ilvesheimer Wachtel im Fleisch-Hauptgang. Dazu ein Püree von der Urkarotte, das Ganze begleitet von einer mit Zitronenthymian abgeschmeckten Jus vom Schwarzfederhuhn. Ein letzter geschmacklicher Glanzpunkt das Rhabarber Mille-Feuille mit japanischer Kirschblüte, karamellisierter weißer Schokolade, Ganache und Sud von Zitronenverbene. Der junge freundliche Service agiert aufmerksam, die Weinkarte ist gut sortiert.

Foto: Pixabay

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