Brot mit nix drin für 60 Dollar

von | Sep. 17, 2026 | Allerlei, Aufmacher | 0 Kommentare

Die Natursauerteigbrotmode treibt mittlerweile sonderbare Blüten. Gerade kann man von jenseits des Atlantiks lesen, dass im New Yorker Stadtteil SoHo eine Boutique-Bäckerei namens „Rye“ eröffnet habe. Dahinter steht der aus dem österreichischen Graz stammende Bäckereiunternehmer Martin Auer, der in Österreich zahlreiche Filialen betreibt, wo vor allem handwerklich produziertes Sauerteigbrot („bio, vegan, Laktose- und Hefefrei“) verkauft wird. Im „Rye“ wird nach Medienberichten auch ein 1,5 Kilogramm schweres Bio-Roggen-Sauerteigbrot angeboten, zum Preis von sage und schreibe 60 Dollar, umgerechnet gut fünfzig Euro. Da sind die gesalzenen Preise, die der Münchner In-Bäcker Julius Brandtner aufruft, geradezu ein Schnäppchen. Trotzdem scheinen woke New Yorker von dem Angebot begeistert zu sein und und stehen Schlange, um ihre sauer ererbten Dollars an den Mann zu bringen, auch wenns ein Ösi ist. In den asozialen Medien gibt es viel Kritik über die Preisgestaltung („Luxusartikel für Wohlhabende“), aber auch Zustimmung. „Ich verstehe die Verwirrung über den Preis. Aber wir sind so dankbar, ein echtes Brot ohne 29 Zutaten zu bekommen, mit Mehl, das nicht angereichert ist. Ich kann gar nicht sagen, wie ich mich freue“, verlautet eine „Userin“. Grundregel der „minimalistischen“ Sauerteigbrotbäckereien: Je weniger drin ist, umso höher der Preis.  Vielleicht ist das alles aber auch nur eine schlaue PR-Aktion. Oder man soll für die Tatsache löhnen, dass in dem Haus, das heute die Bäckerei „Rye“ beherbergt, einmal David Bowie gelebt hat. Der ernährte sich seinerzeit vor allem von Kokain. Das war noch teurer als Martin Auers Sauerteigbrot.

Foto: Pixabay

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