Aufgegessen-Buchtipp: Siebeck – ein sattes Leben

von | Aug. 4, 2026 | Aufmacher | 0 Kommentare

Auch wenn man von Wolfram Siebeck noch nie etwas gehört hat oder vielleicht nur beiläufig seinen Namen in irgendeinem Zusammenhang mit irgendeinem Restaurant gelesen und überlesen hat, hat man nach der Lektüre des Buches das Gefühl, als habe man nach Jahren einen alten Schulfreund wiedergetroffen und das erfahren, was man schon immer geahnt hat. Das ist dem Autor Christoph Wirtz zu verdanken, der Siebecks Lebensweg geschliffen elegant, kenntnisreich und mit feiner Ironie und Esprit beschreibt, ohne dabei in Heldenverehrung zu verfallen. Eine erzählende Sprache, die sich wie ein offenes Fenster darbietet, um in Siebecks Seele und seine Ideen zu schauen. Zahlreiche Zitate aus Siebecks Texten erinnern daran, warum dessen Kolumnen bis heute Maßstäbe setzen: präzise Beobachtung, messerscharfer Witz und eine Sprache, die ebenso genussvoll war wie die Gerichte, über die sie urteilte. Wer verstehen möchte, warum Deutschlands Spitzengastronomie heute dort steht, wo sie steht, kommt an Wolfram Siebeck nicht vorbei. Und wer Siebeck verstehen will, findet in diesem ebenso kenntnisreichen wie unterhaltsamen Buch den derzeit besten Zugang.

Christoph Wirtz
Siebeck – Ein sattes Leben
Edel Verlagsgruppe, Hamburg
316 Seiten, 29,90 Euro

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