Einen kühlen Kopf bewahren? Das fällt immer schwerer angesichts des Gesinnungsterrors, mit dem eine zweifelhafte, aber überaus vernehmbare  Moralapostelgemeinde die Gesellschaft überzieht und mit ihren kruden Ideen und Ansichten quält. Und nicht nur das. Sie fordert Verbote, Strafen, den öffentlichen Pranger und die letztendliche Konsequenz: kauft nicht bei …

Hatten wir schon mal, wehret den Anfängen. Das aber erfordert öffentlichen Mut! Diesen scheinheiligen Wahrheits-Pächtern offen entgegenzutreten, liegt nicht in den Genen des durchschnittlichen Deutschen. Wenn es den überhaupt noch gibt, und wenn man das so noch sagen darf, ohne als Rassist oder Nazi diffamiert zu werden.

Was ist heute politisch korrekt und was nicht? Und wer bestimmt das mit welcher Legitimation? Gerade hat es einen Heilbronner Bäckermeister erwischt, der seine karnevalistischen Backwaren, wie seit Jahrzehnten, mit Pappfiguren schmückte, die neben Chinesen und Cowboys auch Schwarze und Indianer darstellen. Verwendung von rassistischen Stereotypen, heißt der Vorwurf der Heilbronner Antidiskriminierungsstelle, die von einer besorgten, offenbar fastnachtsfernen Zeitgenossin alarmiert wurde.

Schluss damit! Ich habe keine Lust mehr, mir von Denunzianten und Gesinnungspolizisten den Mund und das freie Denken verbieten zu lassen. Ich denke gerne an die Mohrenkopf-Brötchen von Tante Rosi zurück, bestelle, wenn ich es auf der Speisenkarte finde, jetzt erst recht ein Zigeunerschnitzel, verkleide mich an Fastnacht als Indianer und halte es mit der großartigen Monty Python Truppe, die ihren Peinigern zurief: wir scheißen auf euch!

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