Das Sterben der Traditionscafés ist nicht nur ein deutsches Phänomen: Sogar in Rom, der „ewigen Stadt“ scheint nichts mehr ewig zu sein. Schon seit einem Jahr steht das berühmte „Antico Caffè Greco“ an der Via dei Condotti nahe der Spanischen Treppe leer, die mit vielen internationalen Luxusmarken zu dem teuersten Plätzen der italienischen Metropole zählt. Dem Vernehmen nach hatte der Eigentümer des Kaffeehauses, das Israelitische Krankenhaus, die Miete von 22 000 auf 120 000 Euro sage und schreibe verfünffacht.
Seither stritten sich das Krankenhaus und der frühere Geschäftsführer des „Caffè Greco“, Carlo Pellegrini, vor Gericht. Jetzt soll Pellegrini sogar persönlich der Prozess gemacht werden, weil er ohne Erlaubnis das wertvolle Interieur des Cafés an sich gebracht haben soll. „Aktuell steht nicht fest, ob das einst viel besuchte Café jemals wieder öffnen wird“, heißt es in einem dpa-Artikel.
Eröffnet wurde das „Caffè Greco“ im Jahre 1760. Auf seiner Italien-Reise soll schon Goethe dort Station gemacht haben. Später gehörte italienische Prominenz wie die Schauspielerin Sophia Loren zu den Stammgästen. Auch wenn zuletzt vor allem Touristen das Café bevölkerten, ist das Aus für diesen legendären Ort ein Kulturverlust ersten Ranges. Nur Wien mit seinen zahlreichen Kaffeehäusern scheint einstweilen eine letzte Bastion dieser ureuropäischen Institution zu sein.
Foto: Pixabay


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