Das aufgegessen Käse-Brevier (8): Feta und Halloumi

von | Juli 3, 2026 | Aufmacher | 0 Kommentare

Den von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zum deutsche Nationalgericht erhobene „Döner“ gibt es längst in zahlreichen Ausführungenn. In einem „Halloumi-Döner“ etwa wird das Fleisch durch Halloumi-Käse ersetzt, eine beliebte Variante für Vegetarier, die auf ihren Döner nicht verzichten wollen, wobei das wichtigste an einem Döner eigentlich das an einem Drehspieß gebratene und in Fetzen abgeschnittene Würzfleisch ist.

Halloumi wird aus einer Mischung von Kuh, Schaf- und Ziegenmilch oder nur aus Schafmilch hergestellt, in heißer Molke gebrüht und anschließen in einer Salzlake eingelegt, was einst der Haltbarmachung im warmen Klima diente. Seit 2021 verfügt er über eine geschützte EU-Herkunftsbezeichnung, interessanterweise in beiden Hälften der zwischen Griechenland und der Türkei geteilten Insel.

Besonders charakteristisch ist das Geschmackbild eines Halloumi oder auch des  verwandten (ungebrühten) Fetakäses nicht, doch er eignet sich, weil er nicht schmilzt, sehr gut zum Braten und Grillen. Das erklärt zum großen Teil seine Beliebtheit in der Balkanküche und im Nahen Osten, wo alles auf dem Grill landet, was sich in Reichweite eines Kochs befindet. Es handelt sich eben dem Ursprung nach um die Koch- und Essgewohnheiten nomadisierender Hirten ohne feste Kochstellen. Und auch die Deutschen sind dem Phänomen des Grillens bekanntermaßen nicht abold.

Halloumi und Feta genießen bei vielen Deutschen einen Ruf wie Donnerhall, was wohl darauf zurückzuführen ist, dass Lakekäse als gesund und unverfälscht gelten und zudem keinen Edelschimmel aufweisen, der viele Gesundheitsapostel in Angst und Schrecken versetzt. Außerdem sind sie infolge ihres milden, unspezifischen Geschmacks nahezu grenzenlos kombinierbar. In Öl mit diversen Gewürzen eingelegte Fetawürfel sind zudem ein attraktives Mitbringsel aus dem Griechenlandurlaub.

Halloumi erkennt man übrigens daran, dass er beim Reinbeißen etwas quietscht wie ein frischer Mozzarella. Durch das Kochen der Halloumi-Masse verändert sich die Eiweißstruktur des Käses und er verhärtet langsam, ähnlich wie beim Eierkochen. So entsteht eine leicht gummiartige Konsistenz, die seiner Beliebtheit auch außerhalb Zyperns nicht im Wege zu stehen scheint.

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