Zum Beginn der Grünen Woche in Berlin werden immer die neuesten Meldungen zum Essverhalten der Deutschen veröffentlicht. Dieses Jahr gaben die Statistiker bekannt, dass hierzulande immer mehr Fertiggerichte gegessen werden. 2024 wurde demnach 1,7 Millionen Tonnen Industriefraß im Wert von 5,9 Milliarden Euro hergestellt, 2019 waren es erst 1,4 Millionen Tonnen im Wert von gut 4,1 Milliarden Euro. Das bedeutet einen mengenmäßigen Anstieg um 25,6 Prozent, wertmäßig legte die Produktion sogar um 45,4 Prozent zu.
Überraschend ist das nicht, wenn gefühlt an jeder Straßenecke irgendein Fastfooder sein trauriges Einerlei von Sushi, Hamburgern und diversem Ethnofood vertickert und davor abfahrbereit die meist zugewanderten Boten der Lieferdienste mit ihren E-Bikes warten. Was stutzig macht ist die Tatsache, dass die Menschen zugleich angeblich nicht weniger Zeit für die Essenszubereitung aufwenden als vor zehn Jahren, nämlich im Durchschnitt 41 Minuten täglich. Vielleicht sagen die Leute in den Umfragen nicht die Wahrheit. Oder immer weniger Menschen wenden immer mehr Zeit fürs Kochen auf, während sich die große Mehrheit nur noch von Fertiggerichten und Fastfood ernährt.
Auf der einen Seite also eine Elite der Feinschmecker, die gerne stundenlang am Herd steht, andererseits das Heer derjenigen, die kaum noch wissen, wie ein frisch zubereitetes Essen schmecken kann. Keine gute Entwicklung. Vielleicht sollte man endlich mehr Geld in die kulinarische Bildung vor allem junger Menschen stecken anstatt in Panzer und Windräder.
Foto: Pixabay


Ich schau beim Einkaufen gerne in die wagerln der Kunden vor und hinter mir, das entspricht genau den geschilderten Ergebnissen… am witzigsten find ich dann jene, die „bio“-fertigfrass oder veganes fertigfutter drin haben! wohl bekomm’s, sehr gesund und umweltfreundlich!!!
tja, selber kochen kostet nun mal mehr oder weniger Zeit, aber es lohnt sich. Ich muss allerdings zugeben, dass ich vor meiner Rente nicht mit der vollen Begeisterung gekocht habe wie jetzt, wo ich es erst richtig genieße. Für berufstätige Frauen ist es halt schon ein ordentlicher Streß, „dank“ der Emanzipation….