Der Name Sauerland ist keine Gemütsbeschreibung, ganz im Gegenteil. Die Sauerländer sind ein lustiges Völkchen, das herzhaftes Essen und ein gepflegtes Bier schätzt, und das gerne ausgiebig feiert. Am liebsten auf dem Schützenfest, das in fast jeder sauerländischen Gemeinde stattfindet und zu den regionalen Attraktionen gehört.
Grund zur Freude haben die Sauerländer reichlich. Vor ihrer Haustür liegt eine Landschaft mit einem attraktiven Freizeitangebot, wie den Karl-May-Festspielen auf der Freilichtbühne in Elspe, oder den Konzerten in der Balver Höhle. Dazu können die Sauerländer unbeschwert aufatmen, denn viele der kleinen und mittelgroßen Städte dürfen wegen der guten Luft den Namenszusatz Kurort tragen. Noch besser ist die Luft im sauerländischen Rothaargebirge mit seinen Buchen- und Fichtenwäldern, das den Ruf als „Land der tausend Berge“ genießt. Ein Dorado für ausgiebige Wanderungen und anspruchsvolle Touren auf dem Mountainbike.
Auch Wassersportler kommen im Sauerland auf ihre Kosten. Entstanden durch Stauanlagen an Flüssen, sind der Biggesse, Möhnesee, Sorpesee und Hennesee beliebte Erholungsgebiete für das benachbarte Ruhrgebiet und die nahen Niederlande. Bekanntester Hotspot ist jedoch Winterberg im Hochsauerlandkreis mit seiner gut aufgestellten Hotellerie und Gastronomie. Denn rund um den Ort liegt ein Skigebiet mit 26 Liften, Schneekanonen, der weltbekannten Bobbahn und Skisprungschanzen, das auch im Sommer touristisch genutzt wird. Dann hat die Sommerrodelbahn offen und die Lifte schleppen Mountainbiker nach oben, wo fünf verschiedene Abfahrten mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad beginnen.
So bodenständig wie die Sauerländer ist auch ihre regionale Küche, die landauf landab in den gemütlichen Gasthäusern auf die Tische kommt. Fragt man nach regionstypischen Spezialitäten, steht das Kartoffelgericht Potthucke mit Mettwürsten oder Rauchfleisch ganz oben, gefolgt von „Himmel und Erde“ aus Stampfkartoffeln und Apfelmus, und Wildgerichten aus Sauerländer Revieren. Nicht zu vergessen der Pumpernickel (gerne mit Quark serviert, sieht Foto) und natürlich die regionalen Biere der Großbrauereien Warsteiner und Veltins.
Sternesammler werden im Sauerland nur einmal fündig. Das einzige Restaurant, das sich mit der begehrten Michelin-Auszeichnung schmücken darf, liegt in Schmallenberg-Winkhausen, rund 20 Kilometer von Winterberg entfernt. In der offenen Showküche der „Hofstube“ im Hotel Deimann kann man Felix Weber und seinem Team auf die Finger schauen. Lohnend ist auch ein Stopp in Sundern, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen. Hier werkelt Olaf Baumeister in der Küche des elterlichen Hotels Seegarten, ein Koch mit besten Referenzen, der seine Heimat und ihre Produkte geschmacklich auf den Punkt bringt, ohne dabei die internationalen Küchenklassiker aus den Augen zu verlieren.
Wer noch mehr Abgeschiedenheit sucht, findet in der Benediktiner Abtei Königsmünster ein schlichtes Zimmer und eine herzhafte Vollverpflegung aus der Klosterküche. Fehlt nur noch das süße Finale, das in echten Sauerländern wahre Glücksgefühle auslöst. Kuchen, Torten und dazu ein Tässchen heißen Kaffee gehören zum Kulturgut der Region, wie die feuchtfröhlichen Schützenfeste.
Foto: Pixabay


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