Adieu Bäcker!

von | Feb. 13, 2026 | Aufmacher | 1 Kommentar

Unser tägliches Brot gibt uns heute? Ein frommer Wunsch, der in Zukunft von handwerklich arbeitenden Bäckereien immer seltener erfüllt werden kann. Denn die stehen auf der Liste bedrohter Berufe. Und zwar ganz oben. Gab es im Jahre 2014 noch 12.611 in die Handwerksrolle eingetragene Betriebe, waren es zehn Jahr später nur noch 8.912. Tendenz weiter fallend. Und das in einem Land, das sich für seine Brotkultur rühmt, die durch die nationale UNESCO-Kommission im Jahr 2014 in das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen wurde. Aktuell sind rund 32.320 handwerklich produzierte deutsche Brotspezialitäten registriert.

Hilft aber nichts, denn viele Landsleute sind längst auf die leckeren Produkte der internationalen Backindustrie angewiesen, deren tiefgefrorene Teigrohlinge teils aus Asian umweltfreundlich jede Nacht ins Land geflogen werden, um dann über die kostenfreien Autobahnen in die Aufbackstationen der Supermärkte und Discounter geliefert zu werden. Lieferanten aus Polen und den Nachbarländern sind längst zu teuer, beim Backen und Aufbacken zählt jeder Cent. Wie beim Verbraucher. Der kann ordentlich sparen, wenn er zum Beispiel sein Brötchen im Discounter um zirka 15 Cent billiger als beim heimischen Bäcker einkauft.

Natürlich gibt es eine wachsende Zahl von Menschen in Deutschland, die mit jedem Euro rechnen müssen. Auffällig ist aber in solchen Diskussionen, dass hierzulande immer nur Lebensmittel auf dem preislichen Prüfstand stehen, die wiederum, gemessen am Bruttonationaleinkommen zu den weltweit günstigen gehören. Auf der anderen Seite boomen in Deutschland die Lieferdienste für Pizza, Pasta und Kebab, die Dienstleistungen der Nagel- und Tattoostudios, in punkto sparen ist keine Rede von Handy-Tarifen mit Mega-Datenvolumen, Leasingraten für teure Autos, monatlichen Beiträgen für Streaming-Dienste. Alles scheint wichtiger zu sein als das tägliche Brot.

Ja, es gibt immer wieder mal und vor allem in den hippen Vierteln der Großstädte junge Bäckerinnen und Bäcker, die neue Läden aufmachen und vor allem das gerade enorm angesagte Sauerteigbrot anbieten, natürlich in Bio-Qualität und zu gesalzenen Preisen. Sie haben oft eine sehr kleine Produktpallette, die zuweilen an die Auslagen von HO-Länden in der einstigen DDR erinnern, wo doch allenthalben Vielfalt gepriesen wird. Aber im Ökosozialismus muss man sich eben bescheiden…

Ansonsten dominieren im Handwerksbereich längst die mehr oder weniger großen Filialbetriebe mit Backstube im Industriegebiet, bei denen manchmal nicht mehr genau zu unterscheiden, ist, ob es noch Handwerk oder schon Industrie ist, wobei eine effiziente, großskalige Produktionsweise nicht in jedem Fall für mindere Qualität stehen muss. Die letzten klassischen Allroundbäcker, die noch vor Ort produzieren, müssten eigentlich unter Denkmalschutz gestellt werden. Das hier etwas möglicherweise auf Nimmerwiedersehen wegbricht, sollten all jene bedenken, die morgens ihre Brötchen am Backautomaten holen, nur um ein paar Cent weniger berappen zu müssen.

Foto: Pixabay

1 Kommentar

  1. Ja und Sie was vergessen: Industrie Brötchen aufgebacken im Laden sind nur noch Gummi ! Energie ist teuer, die Backzeit wird manchmal kaum erreicht ! Eine Brezel die nicht richtig aufgebacken ist, schmeckt einfach nicht, da kannst Du noch so viel saufen, Geschmack bekommt die nicht mehr. Die Habeck‘sche (Schwachkopf-) Philosophie ist einfach nichts für Genießer.
    Was auch weg bricht ist die Kultur der Fasnet Pfannkuchen ! Alles Industrieware. Wenn mal ein Bäcker die selbst macht und dekoriert (als Indianer z.B.) steht das Amt vor der Tür. Furchtbar so was ! Wer wählt eigentlich solche Politiker, die solche Ergebnisse liefern, nur Schwach…..

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