Schuberts Saarbücker Zimtwaffeln – ein kurzer Nachruf

von | Apr. 11, 2026 | Aufmacher | 0 Kommentare

Wir hatten hier bei aufgegessen.info vor einiger Zeit die wunderbaren Zimtwaffeln der Saarbrücker Traditionskonditorei Schubert lobend erwähnt und dringend zum Kauf empfohlen. Solcherlei Gebäck findet man kaum noch, weil es viel Arbeit macht, die kleinen Waffeln in Handarbeit zu fertigen. Ich selbst hatte mir regelmäßig ein paar Packungen schicken lassen. Sie erinnerten mich geschmacklich sehr an jene Zimtwaffeln, die meine Großmutter immer zu Weihnachten mit einem langstieligen gusseisernen Waffeleisen auf der offenen Flamme ihres altertümlichen Gasherdes fabrizierte, wobei sie eigentlich kein typisches Weihnachtsgebäck sind. Als ich jetzt in Saarbrücken wieder einmal persönlich bei Schubert in der Sulzbachstraße vorbeischauen wollte, stand ich vor verschlossenen Türen. Schon 2023, so war im Internet zu eruieren, hatte das Haus in der Saarbrücker Innenstadt Insolvenz anmelden müssen, vermutlich ein Opfer der Corona-Lockdowns, die vielen Traditionsbetrieben endgültig das Genick gebrochen hatten. „Paketversand weltweit“ stand auf der Markise zu lesen. Aus, vorbei, wieder einmal, auch für die farbenfrohen Petit Fours, die dort verkauft wurden und Pralinen mit Namen wie „Saarbrigger Kligger“ oder „Perlen der Saar“. Gewiss, die 1950 gegründete Patisserie war etwas in die Jahre gekommen und entsprach mit seinem knalligbuntem Ambiente sicher nicht mehr dem Zeitgeist. Gerade deshalb haben wir es geliebt. Und wegen der Zimtwaffeln!

Foto: Pixabay

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