Mit zum Teil einstelligen Wahlergebnissen in den Bundesländern befindet sich die tattrige Tante SPD längst im fortgeschrittenen Stadium politischer Demenz und brütet zuweilen reichlich bizarre Idee aus. Diesmal den „Deutschlandkorb“. Handelsketten sollen künftig nach griechischem Beispiel „auf freiwilliger Basis“ „einen Warenkorb mit günstigen und preisstabilen, in Deutschland produzierten Grundnahrungsmitteln aus allen wichtigen Warengruppen“ anbieten, heißt es in einem „Aktionsplan“ mit dem Ziel einer „schnellen, spürbaren Entlastung der Verbraucher und Sicherstellung einer bezahlbaren Grundversorgung für alle“. Bauernverband kanzelt SPD-Pläne gegen hohe Preise als „sozialistisch“ ab
Einer von sechs stellvertretenden Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion, ein gewisser Esra Limbacher, sagte der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“, die Lebensmittelpreise seien in Deutschland seit 2020 um rund ein Drittel gestiegen. „Steigende Lebensmittelpreise sind für Menschen mit geringem oder mittlerem Einkommen kein abstraktes Problem, sondern eine tägliche Belastung“, so Limbacher. Zu viele müssten sich am Ende des Monats fragen, „ob das Geld noch für frisches Obst und Gemüse, die Butter oder hin und wieder Fleisch oder Fisch reicht.“
Herr Limbacher ist promovierter Volljurist und sprach sich zuletzt gegen „Bezeichnungsverbote für Fleischalternativen“ aus, also den von einer Mehrheit im EU-Parlament verabschiedeten Beschluss, Bezeichnungen wie „Burger“, „Schnitzel“ oder „Wurst“ für pflanzliche Fleischersatzprodukte zu verbieten, eine goldrichtige Entscheidung, die jetzt von Mitgliedstaaten wie Deutschland ausgebremst wird. Woher Limbacher die Idee für den Deutschlandkorb wohl hat? Wahrscheinlich von seinem Presseassistenten. Oder er hat gerade in Griechenland Urlaub gemacht und sich an einem ultragünstigen „Spartanerkorb“ mit Ouzo, Tsatsiki und gefüllten Weinblättern gelabt.
So nah dran an den gar nicht so abstrakten Problemen notleidender Bürger waren die Sozen jedenfalls schon lange nicht mehr. Fragt sich nur, wie man sich diesen „Deutschlandkorb“ konkret vorzustellen hat. „Fresskörbe“ sind ja ein beliebtes Geschenk für Leute, die gar nicht wissen, was sie einem mitbringen sollen, und führen meist dazu, dass sich der Speiseschrank mit Lebensmitteln füllt, die man nie und nimmer zu essen gedenkt und die sich, wenn überhaupt, nur zum weiterschenken eignen: bunte Nudeln im Designerglas, Cellophantütchen mit ebenso bunten Pfefferkörnern, ein Döschen Himalayasalz, endlos haltbare Pasteten, Marmeladen mit Stoffhäubchen, zu junger Rotwein, pappiger Prosecco. Das alles üppig eingeschlagen in knisternde Klarsichtfolie.
Echte Freude kommt da selten auf. Es sei denn, man lebte in der DDR oder meinte dies zumindest wie die kranke Mutter des Helden Alex in der Filmkomödie „Good Bye Lenin!“, die zu ihrem Geburtstag vom Direktor ihrer Schule – sie arbeitete als dem Sozialismus treu ergebene Grundschullehrerin – einen Geschenkkorb mit Bückware überreicht bekommt: „Rotkäppchensekt“, „Spreewaldgurken, Mocca Fix Gold“! Die ahnungslose Frau indes weiß nicht, dass im Original-Gurkenglas made in DDR das Sauergemüse des Klassenfeindes schwimmt und ihr einstiger Chef seit der Wende arbeitslos und dem Suff verfallen ist.
Was wird uns also demnächst im Supermarkt erwarten? Vielleicht dies: eingeschweißter Scheiblettenkäse und Schinkenwurst, Butter aus EU-Interventionsbeständen, halbfest kochende Kartoffeln, Sauerkraut aus dem Glas, H-Milch, „Ja“-Dosenpfirsiche, Alpia-Schokolade, Malzkaffee, (weil echter Kaffee trotz Klimawandels hierzulande noch nicht wächst), Apfelsaft aus Fruchtkonzentrat, Kernseife, Zündhölzer, Kondome, Batterien für den nächsten Stromausfall, Brennstoff für den Esbitkocher. Gemäß dem Genossen Limbacher „hin und wieder“ Hering aus der Deutschen Bucht oder eingeschweißte Bratwürste. Was man so braucht, um im besten Deutschland aller Zeiten nach Ende der DDR über die Runden zu kommen.
Daneben gibt es natürlich Sondereditionen für das sich vegetarisch oder vegan ernährende Bevölkerungssegment mit Tofuwürsten und Aufschnitt von Rügenwalder Mühle. Dafür fliegen die Kondome raus, weil sonst der vom Ministerium für Volksernährung und Preiskontrolle vorgegebene Kostenrahmen überschritten würde. Politisch korrekt essen und pimpern – beides zusammen geht eben nicht, wenn man nebenbei die Ukraine und Grönland verteidigen muss. Die Ost-Beauftragte der Bundesregierung namens Elisabeth Kaiser wird sicher auch noch ihren Bautzner Senf, Rotkäppchensekt und Hallorenkugeln dazugeben, nicht zu vergessen – Spreewaldgurken.
Vielleicht wird man sich seinen Deutschlandkorb“ auch persönlich konfigurieren können, wie es Anbieter von Geschenkkörben im Netz vormachen. Als Mann-Frau-Transsexueller würde man wahrscheinlich die Kodome ab und Lippenstift dazu wählen. Echte Männer dürfen sich eine Flasche Barbecuesoße und einen Einweggrill in den Deutschlandkorb legen, Zuwanderer aus Nahost „hin und wieder“ halal geschlachtete Fleischwaren, Sympathisanten der Schwefelpartei Thüringer Bratwürste. So man sich für Bioware entscheidet, sind Fleisch und Fisch tabu, weil zu teuer. Anstelle eines geflochtenen Korb, wie sonst bei Fresskörben üblich, gibt’s eine kostengünstige und ökologisch vorteilhafte Pappschachtel, aber eher nicht in schwarz-rot-gold, sonst würde der betreffende Anbieter eine Boykottaktion der Antifa oder einen Polizeieinsatz riskieren.
Foto: Achgut/KI


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